Fotostrecke: Nato-Gipfel 2009 in Straßburg

No to nato!

Krieg in Straßburg

Hier meine Fotostrecke zu den Protesten und Kämpfen gegen den NATO-Jubiläumsgipfel in Straßburg.

Vorab-Info: Es sind überwiegend Bilder von Autonomen im Kampf gegen die Polizei, was daran liegt, dass ich zu nichts anderem kam. Schon auf dem Weg zur Großdemo durch Straßburg, kam ich in eine Auseinandersetzung zwischen Polizei und DemonstrantInnen und wurde von zwei Tränengasgranaten der Polizei veletzt, sodass ich mich aus dem Geschehen zurückziehen musste. Um den Eindruck zu vermeiden, alle Gewalt sei von den Nato-GegnerInnen ausgegangen, empfehle ich die untenstehende Zusammenfassung zu lesen.


Demo-Zusammenfassung

Vorsicht: Unvollständig, nur eine kurze Erfahrungsschilderung.

Berichte auf Indymedia

Freitag 03.04.09: Baden-Baden gleicht einer Festung. über 15.000 Polizisten belagern die Stadt. Dazu kommen hunderte Obama-Fans die mit USA-Flaggen die Strecke belagern, auf welcher Merkel + Obama entlangschreiten sollen. Die Demonstration gegen den Gipfel fällt mit 300-400 TeilnehmerInnen relativ klein aus. Viele DemonstrantInnen trauen sich nicht über die Grenze, weil sie befürchten danach nichtmehr nach Straßburg zurück zu kommen. Die Demo bleibt ruhig, gegen Ende stürmt die Polizei in die Demo und zieht eine Person, die sich angeblich vermummt hatte, aus der Menge, wobei die Person sich eine blutige Nase einfängt.

Samstag 02.04.09: Um vier Uhr brechen die ersten großen Gruppen vom Protest-Camp in die Straßburger Innenstadt auf um den Gipfel zu blockieren. Die Polizei fährt Eskalations-Kurs, schießt ohne ersichtliche Gründe mit Tränengas-Granaten in die Menge. Erst gegen elf Uhr, das heißt nach sechs Stunden Gas-Bombardement, sehe ich die ersten Steine fliegen.
An einer Brücke, Richtung Rheininsel, kommt es zu den ersten großen Kämpfen. Keiner weiß, warum die Polizei die Brücke, über die es zum Versammlungsplatz der internationalen Groß-Demo geht, gesperrt hat. Die Situation entwickelt sich zu einem Stellungs-Kampf: die Polizei erhält die Brückensperre aufrecht und bombardiert die Autonomen, die immer wieder vorstürmen und sich wieder zurückziehen. Die Polizei setzt wieder massiv Tränengas-Granaten ein – viele werden waagerecht statt senkrecht (wie eigentlich gedacht) abgeschossen, so dass sie auf Kopfhöhe in die Menge fliegen, viele tragen Kopf-Verletzungen davon.. Auch auf die Presse wird gezielt geschossen, ich bekomme zwei Gas-Granaten gegen den Kopf und muss mich mit Platzwunden und Gehirnerschütterung zurückziehen.
Nach einer Weile gibt die Polizei die Brücke frei und die Demo zieht zum Versammlungsplatz. Von dort startet die Großdemo mit 30.000 Beteiligten Richtung Europabrücke. Es kommt zu weiteren schweren Auseinandersetzungen. Im Gegensatz zu den meisten Medien-Berichten greift die Menge nicht alles an, was so in der Gegend rumsteht. Die meisten Attacken sind gezielt und durchdacht: Gegen die Polizei wird meist eher verteidigend agiert, die drei brennenden Gebäude sind wohlüberlegt ausgesucht. Negativ (mal abgesehen vom Sachschaden, den ich hier nicht bewerten will) fällt allerdings auf, dass in den oberen Stockwerken des Hotel Ibis (das u.A. wegen seiner Beihilfe zu Abschiebungen angegriffen wird) noch Menschen sind, als es in Brand gesteckt wird. Manche Berichte von DemonstrantInnen deuten darauf hin, dass dies wohl zuerst nicht ersichtlich war.

Policewatch: Die französische Polizei fällt durch massive Provokation und Brutalität auf, so wird mehrfach auf friedliche Demo-Züge grundlos das Feuer eröffnet, fliehende DemonstrantInnen mit Schlagstöcken gejagt und schon in den vorangegangenen Tagen wurde mehrfach das Protestcamp (teils Nachts mit Gas-Granaten) attakiert. Es wird auch gezielt auf Reporter, Demo-Sanitäter und deren Verletzten-Sammelstationen geschossen. Tränengasgranaten fliegen, wie schon erwähnt tausendfach und auf Kopfhöhe, auch Schock-Granaten kommen massiv zum Einsatz und verletzen durch ihre Splitterwirkung viele Demonstranten an den Beinen. Zudem setzt die Polizei Gummi-Geschosse ein, ein Hund wird von einem solchen Geschoss getötet.

Weiteres: Entgegen den meisten Medienberichten sympathisierten viele StraßburgerInnen mit den DemonstrantInnen und unterstützten diese sogar teilweise mit Material und Verpflegung, oder gewährten ihnen Zuflucht, als sie von der Polizei verfolgt wurden.

Hier noch meine Musik-Empfehlung für die Fotostrecke:


5 Antworten auf „Fotostrecke: Nato-Gipfel 2009 in Straßburg“


  1. 1 peter 08. April 2009 um 15:26 Uhr

    mal wieder ein paradebeispiel von einseitiger berichterstattung, hier steht nichts von geplünderten Tankstellen und zerstörten gärten und Autos der Zivilbevölkerung,
    eine schweinerei ist sowas!!!

  2. 2 1000 08. April 2009 um 15:32 Uhr

    hallo peter,

    ich geb dir recht, dass die zusammenfassung von mir nicht unbedingt alle seiten beleuchtet. aber ich kann eben nur berichten was ich gesehen habe. Man kann nunmal in nem kurzbericht nicht alles unterbringen. und ich hab z.B. absichtlich das mit dem Hotel eingebracht. Aber ich finde nunmal Granaten auf Sanis berichtenswerter als ne geplünderte Tanke… und sorry, aber auf nen 10-seitigen bericht hatte ich echt keine Lust…

    und zum thema einseitig: wer schreibt denn in den „bürgerlichen medien“, dass die polizei gezielt auf presse und sanis geschossen hat?
    das is auch ne schweinerei!

  3. 3 Eckhard Pech 09. April 2009 um 11:22 Uhr

    Meine Hochachtung für diese Arbeit hier !
    Mir wurde auch mit dem Polizeiknüppel „demoktatische Grundrechte“ beigebracht !Dabei habe ich noch Glück gehabt und bin relativ gesund davon gekommen,was man nicht von allen ehemaligen Freunden behaupten kann !!
    An Deinem Bericht erkennt man wie in der „freien Presse“ gearbeitet und manipuliert wird !!
    @ Peter : Autos und Gärten ! Ja die Lieblinge unserer Gesellschaft ! Zerstört ? Oh wie schade ! Sprech doch mal mit Menschen die Ihre Exzistens verloren haben weil die Werte eines verlogenen,moralisch rutergekommenden und heuchlerischen Systems von der Nato weltweit verteidigt wird !
    Aber das ist ja soooo weit weg ! Wenn dann ein Bruchteil,ich betone ein Bruchteil von dem in den heimischen Vorgarten kommt ist das Geplärre groß !!

  4. 4 1000 09. April 2009 um 20:02 Uhr

    Hier auch nochmal das Fundstück: Das Einsatzhandbuch der Polizei zum Nato-Gipfel. xD

  1. 1 Anti Otan by P.E. « 1000… Pingback am 24. August 2009 um 17:51 Uhr

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